Slamener Kuthen - Weg zur Ausweisung als NSG

Die Slamener Kuthen sind ein Teil des Landschaftsschutzgebietes Slamener Heide. Unmittelbar an der Stadtgrenze zwischen Spremberg und des Ortsteiles Zerre der sächsischen Gemeinde Spreetal hat sich ein Stück natürliche Spreeaue erhalten.

 

Der Flurname Kuthen steht in der sorbischen Sprache für eine von trockenen Flusssandinseln durchzogene feuchte Niederung der Spreeaue. Seit Jahrzehnten galten die Slamener- Kuthen als besonders schützenswertes Gebiet, als Kleinod der heimischen Flora und Fauna. Bis 2006 erfolgte eine ständige Reduzierung des Feuchtgebietes durch den zu schnellen Abfluss des Wassers aus den Hängen der die Kuthen begrenzenden Hänge der Endmoräne der Slamer- Heide. Das Spülwasser aus dem Wasserwerk Spremberg wurde bis 2007 ungereinigt in die Spree abgeleitet. Der Spremberg Wasser- und Abwasserzweckverband betreibt seit diesen Zeitpunkt eine Spülwasserreinigungsanlage und investierte in einen Mäandergraben zur Spülwasserversickerung.

Das Spülwasser aus dem Wasserwerk Spremberg, 400 bis 800 Kubikmeter am Tag, wird über diesen Graben im Kuthen-Urwald versickert, der obere Grundwasserspiegel wieder angehoben und das Feuchtgebiet in seiner Ausdehnung vergrößert.

 

Seit dem Jahr 2020 liegt ein langer und intensiver Weg hinter dem NABU Spremberg. Bereits Ende 2019 bzw. Anfang 2020 stellten wir beim zuständigen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt den Antrag, die „Slamener Kuthen“ als Naturschutzgebiet (NSG) auszuweisen. 

Die „Slamener Kuthen“ sind Teil des LSG „Slamener Heide“ und ein Lebensraum für zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten. Die feuchten Bruchwälder und die sich darin befindlichen Teiche dienen insbesondere als Rückzugsort für Arten, die in der „Braunen“ Spree nicht überleben können. Der NABU RV Spremberg e. V. betreut und pflegt das Gebiet seit 2008.

Unser Antrag wurde über mehrere Jahre hinweg nicht bearbeitet; Begründung: Personalmangel. Somit wandten wir uns an die Abgeordneten des Landkreises Spree-Neiße mit der Bitte um Unterstützung.

Politische Rückendeckung erhielten wir dabei von den Fraktionen UWG (Unabhängige Wählergemeinschaft) und CDU. Unsere Ansprechpartner waren Eberhard Brünsch und Julian Brüning. Ihnen übergaben wir unseren Antrag mit der Bitte, diesen in die politischen Gremien einzubringen. Wir als NABU RV Spremberg e. V. stellten das Gebiet und die darin lebenden Arten im Landwirtschaft- und Umweltausschuss des Kreistages vor. Somit konnten sich die Abgeordneten ein Bild über die Schutzwürdigkeit des Gebietes machen und anschließend darüber beraten. 

Wie wir alle wissen, ist ein höherer Schutzstatus für das Gebiet von großer Bedeutung, denn Landschaftsschutzgebiete sollen durch das Land auf den Prüfstand gestellt werden und die Errichtung von Anlagen für die Energiegewinnung sind als privilegierte Vorhaben in LSGs unter bestimmten Bedingungen möglich.

In der Kreistagssitzung am 18.02.2026 wurde der Antrag zur Ausweisung des Gebietes eingebracht und mit großer Mehrheit beschlossen.

Nach fast sechs Jahren ist dies für uns ein außerordentlich erfreuliches Ergebnis. Es zeigt, wie wichtig es ist, sich mit Ausdauer und Engagement für den Erhalt unserer Natur einzusetzen.

Unser Dank gilt allen Abgeordneten, insbesondere Eberhard Brünsch, Julian Brüning und René Nakoinz, für ihren Einsatz und ihre Zustimmung zu diesem wichtigen Antrag.

Über den weiteren Verlauf des Ausweisungsverfahrens werden wir euch selbstverständlich auf dem Laufenden halten.

 

* Gemäß § 19 UStG (Kleinunternehmerregelung) wird keine Mehrwertsteuer ausgewiesen.